Warum ist Datenschutz so mühsam?

Dauer: 1:04:49
Veröffentlicht am 28. Januar 2020

“Datenschutz ist hochschwellig, komplex und kompliziert. Blöd.” Warum unser Gehirn Datenschutz nicht mag und was man dagegen tun kann, erklärt Christina Beran im Kamingespräch. Außerdem ein kleiner Ausschnitt mit den sehr ähnlichen Erkenntnissen von Linus Neumann.

Links

Christina Berans Webseite
Linus’ Vortrag “Hirne hacken” auf media.ccc.de

Leseempfehlungen

Klaudia Zotzmann-Koch: “Dann haben die halt meine Daten. Na und?!” #naunddasbuch
Daniel Kahnemann: Schnelles Denken, langsames Denken
Martin Seligman: Wie wir aufblühen: Die fünf Säulen des persönlichen Wohlbefindens
Antonio Damasio: Descartes’ Error: Emotion, Reason and the Human Brain
Thomas S. Kuhn: Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen
(Amazon Affiliate Links, bis auf den ersten)

Trankskript

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Mitwirkende

Kommentare

Benjamin

Sehr gutes Gespräch zum Thema. Hat mir gut gefallen.

Ich sehe die Sache mit dem Datenschutz so: Von sich aus wird die breite Masse niemals auch nur einen einzigen Schritt in Richtung Datenschutz gehen. Unsere Gesellschaft ist so tief mit der derzeitigen digitalen Infrastruktur verbunden, dass Datenschutz absolut keine Rolle mehr spielt. Als einzelner schieße ich mich in die völlige Isolation, wenn ich mich ideologisch an den Schutz meiner Daten halte. Das ist leider so.

Mit anderen Worten: Datenschutz bringt für das eigene Leben null Vorteile. Dementsprechend ist es sinnvoller in der Matrix zu bleiben und das Beste draus zu machen als gegen etwas anzukämpfen, das ich nicht zu ändern vermag.

Die grundlegende Motivation eines jeden Stoffes im bekannten Universum ist es, den Zustand möglichst geringsten Energieaufwandes anzustreben. Das gilt von Atom über die Zelle, den Menschen, der Gesellschaft bis hin zu den größten Himmelskörpern im All.

Um es auf den Punkt zu bringen: Bequemlichkeit siegt. Immer.

Deshalb ist Datenschutz IMMER rückwärts-gerichtet. Für ein vorwärts-gerichtetes Lebewesen ist das jedoch ein Rückschritt und den gehen wir nur, wenn es erzwungen wird. Das liegt in unserer Natur. So ist der Mensch. Datenschutz ist also nichts weiter als als ein Ausdruck der Angst über Geschehnisse in unsicheren Zeiten. Verständlich, aber es wird keine Richtungsänderung stattfinden.

Euch dennoch alles Gute in diesen Krisenzeiten.

Antworten

Alinka

Hallo Benjamin,

ich setze nie auf “die breite Masse”, die zumeist nur als Legitimation von Herrschaft dient. Zwar gibt es “Massenüberwachung”, doch ausgeklügeltes Tracking erlaubt es den Überwachungskapitalisten, individuelles Verhalten zu analysieren. Auch ich setze auf das Individuum, aber auf ein emanzipatorisches. Und deshalb freue ich mich über jedes Individuum, dem ich Datenschutz nahe bringen kann.
Mit dem Denken: “Die breite Masse macht eh nicht mit” raubt mensch sich der Verantwortung gegenüber den Mitmenschen und geht selbst in der Masse unter.

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